Mittwoch, 7. Januar 2015

Global Fatbike Day 2014


Auf Fetten Reifen durchs Eichsfeld

Wie schon 2013 sollte mein Global Fatbike Day Wochenende in Wernigerode starten. Freitag früh vor dem aufstehen nahm ich den Zug ab Berlin. Gegen 11:00 Uhr durfte ich dann in Wernigerode starten.  Mein Plan: rauf zum Brocken am besten über die Stonetrails in Schierke und danach entlang der Brockenchallenge auf direktem Weg nach Göttingen. 100km in 24h klingt eigentlich einfach, wars dann aber nicht...


Die Wettervorhersage sagte Wärme und Nässe Voraus, daher musste vieles doppelt mit...

Kaum im Wald, gehts schon kräftig bergauf. Ich muss wieder feststellen, dass es mit dem Fatbike alles andere als schnell geht. Ich brauchte einiges an Zeit um den Kopf in den Reisetempomodus zu bekommen.


Nach den ersten 100 hm auf Asphalt wechselt der Track auf einen Waldweg. Es ging leicht bergab und um eine Kurve und ohne Vorwarnung rutscht mir mein Vorderrad weg. Batsch... lag ich auf der Seite. Spiegelglatte Wege sollten mich für den heutigen Tag noch eine Weile begleiten. 

Ich wechselte auf die Straße in Richtung Schierke, verwerfe dabei meinen Plan die Stonetrails hoch zum Brocken zu nehmen.

Zum Brocken hoch möchte ich aber nicht schonwieder komplett auf Asphalt. Also versuchte ich es noch einmal ein wenig im Gelände. Im Notfall hätte ich immer noch den Expressweg raus aus dem Harz nehmen können.


Stellenweise fuhr ich neben den Wegen im groben Sand. Da auch das Fatbike auf purem Eis keine Chance auf Traktion hat.


Dann ab etwa 700 m über Null besserten sich die Wege. Es gab mehr Schneefelder und die Wolkendecke brach auf. 




 Trudenstein - viel zu glatt um drauf zu steigen.

Ein wenig Farbe im tristen weiß grau...

Erstes weißes Pulver im Winter 2014 / 2015 - Allerdings war es mehr Eis als Schnee...




Die Brockenstraße ist zum greifen nahe... und über den Wolken wird das Wetter auch sichtlich besser.

Irgendwo da ist glaube ich der Wurmberg...

Die letzten Meter musste ich dann auf die Brockenstraße...



Blick aus der Schutzhütte auf dem Brocken.

Obligatorisches Gipfelfoto


Schneewüste? Sehr kurioser Anblick, die Wolken hingen knapp unter dem Gipfel fest.



Dank der Sonne waren die Temperaturen sehr angenehm. Die Regenjacke brauchte ich nur für die anschließende Bergabfahrt.

Dank Gunnar musste ich mir keinenpassenden Track nach Göttingen zusammen suchen. Es ging entlang der Brockenchallenge ( jedes Jahr laufen ein paar verrückte Ultraläufer die etwa 80 km von Göttingen hinauf zum Brocken ).


Götheweg - Spiegelglatt....




Tschuschuuuuu - Brockenbahn

Lochplatte - heute unfahrbar... Zum Glück hatten wir im Juni nicht die selben Wegverhältnisse, wir wären glaube ich nie auf diesem Weg hoch zum Brocken gekommen.


Und dann ging es wieder unter die Wolkendecke...





 

Über Oderbrück ging es weiter Richtung Braunlage immer entlang kleiner zugeschneiter Pfade.





Erste Pause nach etwa 3h - es ist kein Nebel, ich dampfte. :-D

Obwohl es bergab ging war es durch die Bodenverhältnisse nicht gerade ein lockeres Gefahre. 

Nach der Pause hieß es über Bad Lauterbach so schnell wie möglich vor der Dunkelheit raus aus dem Harz zu kommen. Es ging aber nicht gerade schnell vorran, ich rollte mit 10 - 15 km/h hinab. Ich glaube die Läufer sind in umgedrehter Richtung noch schneller unterwegs.

Pünktlich vor der Dunkelheit bin ich unten. Das Eichsfeld begrüßte mich mit dann allerdings zum Feierabend noch mit einigen schönen Wellen. Rauf und runter...

Kurz vor meinem Schlafplatz in Seeburg durfte ich noch einmal ordentlich Bergauf schieben, zum Glück ist mir der Wegfinder nicht bekannt, ich hätte ihn verfluch.

Gunnar sagte was von mehreren Hütten im Seeburger-See, also fing ich an zu suchen, das Garmin zeigte mir keine an. Aber wie immer hilft einen die Bevölkerung gerne weiter.




Ich hätte bequem noch das ganze Dorf einladen können.

Wasser gabs vom benachbarten Pferdehof, nur Feuer machen war auf Grund von Holznot nicht drin. Dafür gabs lecker Pasta aus der Bierdose.


Nach gut 11 h im Schlafsack ging es morgens dann noch über 2-3 Wellen nach Göttingen.



Wo ich dann auf den Rest der Rasselbande stieß:






Nach leckerem Kaffee und Keksen ( vielen Dank noch einmal! )  ging es raus aus Göttingen
In das schlammige Eichsfeld...
Stellenweise folgten wir auf Lochplatten der Grenzsteintrophy-Strecke

Entlang der A7 

Bis zur Teufelskanzel mit dem eigentlich tollen Werrablick, der aber dieses mal wegen Nebel ausfiel.
Dafür gab es Bier und Wurst. :-)

Auch das richtige verpacken der Ausrüstung ist beim Bikepacking wichtig. Der morgendliche Kaffee aus der Tasse war nun etwas sandiger...




Uns saß die Zeit im Nacken, wir waren ja nicht nur zum radfahren hier. Daher wichen wir bei Sonnenuntergang von unserem geplanten ziemliche hügeligem Track ab, auf die relativ  flachen Straßen in den Tälern.

In Großalmerode wurden am örtlichen Edeka noch die Lebensmittelreserven aufgefüllt, um anschließend die letzten 300 hm zu bewältigen. Diese verteilten sich aber nicht auf mehrere Kilometer, sondern der Berg fing gleich mal mit 17 % an. Auf Teer noch halbwegs zu schaffen, aber so ein Fatbike samt Gepäck wiegt gern mal mindestens 20 Kilo. Das beste kam also zum Schluß...



Dafür gab es dann auf 500m über Null noch eine gute Schneedecke. Leider fing es aber auf den letzten Metern noch ordentlich an zu regnen und der Schnee verabschiedete sich langsam...


Es wurde diesig und selbt mit Licht war die Sicht mieserabel, aber die riesige Hütte war nicht zu übersehen.
Nur trockenes Feuerholz war nicht zu finden.


Walter unser Outdoor-Experte bekam trotzdem ein beachtliches Feuer in den in der Hütte integrierten Kamin.


Nun kam das wichtigste eines jeden Overnighters Feuer, Wurst vom Grill, Bier, Wasserpfeife und Whisky...


Nur irgendwann muss auch so ein toller Tag zu Ende gehen.




Niemals würde ich dieses Bett gegen ein anderes tauschen...

An Verpflegung mangelte es nicht... wie waren besser ausgestattet als so mancher Supermarkt...

Die Nacht war kurz, dafür gab es ein ordentliches Frühstück am morgen und keinen Zeitstreß vor der Abfahrt.




Papa & Sohn  - Velotraum Pilger, sehr durchdachtes Fatbike - der Name ist Programm.





Bikepacking hat viele Facetten


Der Weg des zweiten Tages war zwar vorab geplant, aber wir fuhren nur teilweise auf dem passenden Track.





Der Kaffee ist nahe. In der Mittagssonne gönnten für uns ein verspätetes zweites Frühstück.



Der Kuchen war kaum verdaut schon ging es natürlich noch einmal über unfahrbare Rampen hinauf auf den Berg.


Um auf der anderen Seite die Aussicht zu genießen.



Schloß Berlepsch
Robin Hoods Waldversteck





Recep, Walter, Gunnar, Oskar und Thomas - Danke euch fünfen für das tolle Wochenende ! :-)

Göttingen war wieder erreicht.... Es gab noch ein lecker Süppchen und eine warme Dusche, danach hieß es für mich ab in den Zug in Richtung verregneter Heimat.

Die Hauptstadt begrüßte mich dann auch mit besagtem Regen:


Somit hatte ich an dem Wochenende alles außer die gewünschte Kälte.




ENDE AUS. ZUHAUSE.


Normalerweise gibt es jetzt noch präzise Daten vom Garmin, aber mein Garmin lebt jetzt irgendwo an der Elbe oder wo auch immer es der unehrliche Finder ( sofern es denn einen gibt ) lebt.

Grob waren es 240km mit gut 5000 hm.

Vielen Dank an Gunnar für das aufrufen und organisieren dieses tollen Wochenendes. Ich ziehe meinen Hut noch einmal vor Oskar der mit seinen 13 Jahren an beiden Tagen voll mitgezogen hat.

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